2025 Das Große Thing und Sommerfest
2025 Das Große Thing und Sommerfest

2025 Das Große Thing und Sommerfest

Sommerfest – Jahresthing 2025

Am Freitag begann unser Sommerfest mit dem vertrauten Klang von Hammer und Axt – der Aufbau war in gewohnter Schnelligkeit und Disziplin vollbracht. Alle Vagabunden waren dem Ruf des Things gefolgt, nur Knorsten und Aistla fehlten schmerzlich in unserer Mitte. Doch auch ohne sie erhob sich das Lager bald in voller Pracht.

Zum Mahl des ersten Abends wurden Haldors legendäres Kartoffelhähnchen und Arnes kraftvolles Schichtfleisch gereicht – Speisen, die Herz und Magen der Sippe füllten und die Glieder stärkten für die folgenden Beratungen.

Denn nach dem Mahl war es an der Zeit für das große Thing.
Der Jarl, unser Vorsitzender, erhob die Stimme und ließ das vergangene Jahr Revue passieren. Märkte, Feste, Siege und Prüfungen – alles spiegelte er in seinen Worten wider, und er lobte uns als starke Gemeinschaft, wie sie nur selten in Midgard zu finden ist.

Der Huscarl wurde in seinem Amt als Stellvertreter bestätigt, ebenso unsere wachsame Materialwärterin Laurenja, die stets über Geräte, Planen und Bauten wacht.
Der Herzog, Meister der Münze, erhob warnend den Finger über unsere Trinkgewohnheiten, sprach aber auch mit einem Schmunzeln von der stets gefüllten Kasse. Und doch war es an der Zeit, mehr Gold ins Säckerl zu bringen – so wurde eine Sonderumlage beschlossen, die jedes Mitglied in dreistelliger Höhe zu leisten hat.

Ein besonderer Dank ging an jene, die uns mit Individualspenden halfen, den großen Traum vom neuen Dach zu verwirklichen: an Bloreks und Uwes Chef, den Hep; an unser Bärchen; an unseren Tipi; an unseren Huscarl; an den Vater unserer Ida; an die Eltern von Laurenja und Blorek sowie an den ehrwürdigen Schornsteinfegermeister Albers. Ihnen allen sei Ehre und Dank – ohne sie stünde unser Traum noch in den Sternen.

http://www.meister-albers.de/index.html

So aber konnten wir den Beschluss fassen: Es wird eine neue Jurte erstehen, mit sechs Schritt im Durchmesser, wettergeschützt und offen zugleich – ein Ort, an dem stets ein Feuer lodern kann, ob Sturm oder Regen über uns hinwegfegt. Auch das Küchendach soll erneuert, das Vorratszelt repariert oder im Zweifel ein günstiges gebrauchtes erstanden werden. Weise war dieser Beschluss, denn ohne diese Maßgabe hätte die Umlage der Mitglieder doppelt so hoch sein müssen.

Nach den Beratungen brachte der Abend noch Freude und Freundschaft: Uwe und Volker erhielten Besuch von ihrer Kollegin Kerstin aus dem fernen Bayern, die samt Gatten und Tochter unser Feuer aufsuchte. Auch Thorben und Tipi erfreuten sich an diesem Besuch in besonderer Weise.

Und wie es Brauch ist, endete der Tag im heißen Zuber, während Gespräche und Gelächter am Feuer die Nacht durchdrangen. So schloss der erste Tag unseres Sommerfestes – festlich, voller Entscheidungen und mit der Gewissheit, dass die Vagabunden Renis ihren Weg gestärkt weiterziehen werden.

Sommerfest – Tag II, Wettkampf und Ritual

Der Samstag erhob sich mit dem Klang des Hornes zum Kampf. Denn es galt, in den sportlichen Wettstreiten zu bestimmen, wer sich künftig Schildmaid und Berserker der Vagabunden nennen durfte – und auch der beste Krieger unseres Nachwuchses sollte gekürt werden.

Traluja, die amtierende Schildmaid, musste ihren Reif niederlegen. Mit erhobenem Haupt gab sie ihn weiter an Alka, die fortan die neue Schildmaid der Vagabunden ist.
Bei den Berserken war es Jarl Blorek selbst, der sich mit festem Schlag und klarer Überlegenheit den Sieg sicherte. Doch als man ihm den Reif überreichen wollte, sprach er: „Ich kann mich nicht auch noch selber schützen. So reiche ich ihn an den Besten nach mir weiter.“ Und so fand der Berserker-Reif seinen Weg zu unserem Herzog, der von nun an diesen Titel trägt.
Im Wettstreit der Kinder war es Thorben, der sich erneut durchsetzte. Schon jetzt lernt er, welche Pflichten mit der Kraft des Berserkers verbunden sind, und manch einer sah darin einen Vorgeschmack auf kommende Tage.

Nach den Wettkämpfen rief der Duft von Speis und Kessel alle an die Tafeln. Tipi reichte einen köstlichen Rippchentopf, Arne ließ sein Gratin aus den Öfen steigen, und Laurenja bot uns gar Currywürste aus fernen Landen an – ein Gericht, das man sagt, sei einst über die große Seidenstraße zu uns gelangt.

Doch die eigentliche Feier dieses Tages war das große Ritual. Lange hatte der Jarl an dieser Stelle den Platz des Goden mitfüllen müssen, und oft war er zugleich Herrscher und Priester gewesen. Nun aber trat ein Neuer hervor: Tipi, der künftig als Gode neben unserer Völva Alva steht. Gemeinsam ehrten sie unsere Sieger und riefen die Götter an, uns mit Gesundheit durch den Winter zu geleiten – hatten wir doch erst jüngst das Leid der „Sieben von Rheine“ getragen, die schwer darniederlagen, aber dank göttlicher Gunst allesamt überlebten.

Der Jarl aber nahm, wie es seine Art ist, die Schuld auf sich. Er sprach: „Ich war es, der die Götter erzürnte mit dem Weg des Blattes. Damit soll es nun ein Ende haben. Vorbei ist es mit Frieden und falschen Bündnissen. Wieder wollen wir plündern und brandschatzen – auch bei jenen, die sich nicht wehren können.“

Die Worte hallten lange nach. Am Feuer wie auch im dampfenden Zuber wurde beraten, was dies wohl bedeute und wohin die Wege der Vagabunden im kommenden Jahr führen würden. Viele sprachen von neuen Raubzügen, von Blut und Gold, andere von der Verantwortung, die damit einhergeht. So schloss sich die Nacht im Zeichen von Spannung und Erwartung – der Jarl hatte den Samen für ein neues Zeitalter der Vagabunden gelegt.

Sommerfest – Tag III, Der schnelle Abschied

Der Sonntag brachte ein Schauspiel, das niemand je zuvor erlebt hatte: Noch ehe der Jarl erwachte, war das Lager bereits fast gänzlich abgebaut. In seltener Eintracht griffen alle zu, Zelte fielen, Planen rollten sich ein, und Gerätschaften verschwanden in den Kutschen, als hätte ein unsichtbarer Wind das Werk geleitet.

Nicht minder erstaunlich war, dass selbst die letzten Reste der köstlichen Speisen vom Vortag verzehrt wurden – kein Bissen blieb übrig, kein Kessel ungekratzt. Auch das hatte es in der Geschichte der Vagabunden so noch nicht gegeben.

So kam es, dass schon zur Mittagszeit die ersten Heimfahrten begannen. Einer nach dem anderen verabschiedete sich, bis der Jarl fast allein zurückblieb. Nur Arne verweilte noch bis zum Tee, ehe auch er sich auf den Heimweg machte.

Der Jarl aber ließ den gebrauchten Tag in würdiger Einsamkeit ausklingen – im dampfenden Zuber, allein mit seinen Gedanken, den Worten der Götter vom Vortag und dem Wissen, dass ein neues Kapitel für die Vagabunden aufgeschlagen war.

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